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Am vergangenen Dienstag fand in unserer Aula die Informationsveranstaltung zum Thema „Cybermobbing“ statt. Dass rund 400 kamen, zeigt die Bedeutung dieses Themas für alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben.

Unter den Anwesenden befanden sich vor allem Eltern, aber auch Schülerinnen und Schüler sowie die Schulleitungen aller weiterführenden Schulen in Kerpen. Sogar die Grundschulen waren vertreten, denn mittlerweile haben die Smartphones auch dort Einzug gehalten.

Moderiert wurde der Abend von Herrn Melchers (Familienberatungsstelle Kerpen) und Herrn Frieske (Europaschule), die als Sprecher des „Arbeitskreises gegen das Cybermobbing Kerpen“ in das Thema einführten und die Arbeit des oben genannten Arbeitskreise transparent machten. Es folgten die Grußworte unserer Schulleiterin Frau Strucken, der Vertreterinnen der Stadtschulleiterkonferenz Frau Salmen und Frau Klein sowie des Kerpener Bürgermeisters Herrn Spürck. Sie alle gaben dabei jeweils aus ihrer Perspektive interessante Denkanstöße zum Umgang mit den modernen Medien und betonten die hohe Relevanz des Themas. So wies Frau Strucken insbesondere auf den Umstand hin, dass das Cybermobbing – im Gegensatz zum herkömmlichen Ärgern – nicht vor der heimischen Haustüre haltmache, sondern rund um die Uhr und überall geschehen kann. Herr Spürck konnte als Vater zweier Kinder im Jugendalter selbst aus der Elternsicht berichten, dokumentierte aber auch anhand der hohen Opferzahlen neuster Erhebungen, wie verbreitet der Missbrauch der digitalen Medien ist.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete jedoch der Vortrag des freien Medienpädagogen Herrn Schmölders aus Köln. Geschickt entführte dieser die anwesenden Erwachsenen zurück in ihre eigene Jugend, z.B. mithilfe eines alten „Meine Schulklasse“-Poesie-Albums, das wohl mindestens der Hälfte der Besucher irgendwie bekannt vorkam. Darauf aufbauend konnte er sehr anschaulich verdeutlichen, dass sich die Grundbedürfnisse der Jugendlichen wie z.B. das Streben nach Zugehörigkeit und Anerkennung, Finden einer eigenen Identität oder schlicht die Suche nach Zerstreuung eigentlich nicht verändert haben. Verändert haben sich vor allem die technischen Möglichkeiten. So bezeichnete der Redner das Smartphones zu Recht als „mächtiges Gerät“, da es Telefon, Computer, Fotoapparat, Spielekonsole und Internetzugang in sich vereine.

Herr Schmölders Vortrag war insgesamt sehr abwechslungsreich und humorvoll, ohne jedoch die Ernsthaftigkeit des Themas zu vernachlässigen. Auch die unangenehmsten Gesichtspunkte trug er deutlich, aber empathisch vor, wie z.B. die Suizidgefahr bei Opfern von Cybermobbing. Schließlich ermutigte Herr Schmölders die Eltern, auch im Hinblick auf die Nutzung von Smartphone und Computer einen vertrauensvollen Umgang mit ihren Kindern zu pflegen und mit diesen im Gespräch über ihre Smartphone-Nutzung zu bleiben.

Im Anschluss stellten sowohl die Polizei in Person von Frau Gruneberg (Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz) als auch Frau Küppers und Herr Melchers für die Familienberatungsstelle die Unterstützungsmöglichkeiten ihrer Institutionen vor. Frau Gruneberg betonte dabei, dass die Kerpener Initiative landesweit die wohl erste Kampagne einer ganzen Stadt gegen das Cybermobbing sei. Die Hilfsangebote der Familienberatungsstelle Kerpen richten sich an Familien, aber auch an Schulklassen; und so möchte ich an dieser Stelle meine Kolleginnen und Kollegen ermutigen, diese fachkundige und freundliche Unterstützung vermehrt wahrzunehmen.

Insgesamt äußerte sich das Publikum nach den zwei Stunden sehr positiv und es entstanden rege Diskussionen vor den Informationstischen, wo unter anderem auch die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter Fragen beantworteten und Flyer verteilten.

Wir, der Arbeitskreis gegen das Cybermobbing bedanken uns bei allen Gästen für Ihr Interesse sowie bei allen Rednern und Helfern, die diesen informativen Abend möglich gemacht haben, insbesondere auch bei den Hausmeistern und den Mitgliedern der Licht- und Ton-AG.

Fotos

Sascha Frieske