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erasmus rathaus17kl

Am Diestag, 4.10.17, kamen sie in Kerpen an: Schülerinnen und Schüler aus Ungarn und Spanien, die gemeinsam mit kerpener Schüler/innen am Erasmus+ Projekt arbeiten. Das Thema lautet: „Wir in Europa – Zukunft gestalten“.

Am Donnerstag, 5.10.17, wurde ihnen eine besondere Ehre zuteil: Der kerpener Bürgermeister Dieter Spürck empfing die Gruppe im Rathaus, zusammen mit der Integrationsbeauftragten Annette Seiche. Wenn Ungarn, Spanier und Deutsche aufeinandertreffen, muss ein Problem gelöst werden: die sprachliche Verständigung. Diese Hürde wurde glänzend genommen, denn die ungarische Lehrerin Eszter Bubicz spricht außer ihrer Muttersprache Spanisch und Deutsch, der Spanier Esteban Alvarez auch Deutsch, Frau Löwe-López Spanisch, Deutsch und Englisch – so flogen einem die europäischen Sprachen herrlich um die Ohren!

Bürgermeister Spürck würdigte das Erasmus-Projekt als wichtigen Beitrag für die europäische Verständigung. Auch wenn die europäische Idee heute durch manche problematische Entwicklungen – Erstarken des Rechtspopulismus, Brexit, Katalonien usw. – in Misskredit zu geraten scheint, müsse man immer wieder betonen, wie wichtig die europäische Solidarität sei. Immerhin habe man in Europa seit mehr als 70 Jahren Frieden – eine unschätzbare Errungenschaft!

Im anschließenden Gespräch kam man auf eine Reihe von interessanten Aspekten. Zum Beispiel die Tatsache, dass Kerpen zwischen 1500 und 1600 mal zu Spanien gehört hatte, wie das holländische Brabant und der Voreifelort Lommersum. Frau Seiche betonte, dass in Kerpen heute 118 verschiedene Nationalitäten zusammenwohnen. Dazu gehören auch eine Reihe von Ungarn und Spaniern, die inzwischen in der zweiten oder dritten Generation hier leben und vollständig integriert sind.

In Ungarn leben nur wenige andere Nationalitäten, auf Gran Canaria dagegen sehr viele, wie Esteban Alvarez berichtet: Viele Menschen aus Nordafrika, aber auch aus europäischen Ländern und Amerika, z.B. Touristen, die sich dauerhaft niedergelassen haben.

Spürck fragte dann die Schülerinnen und Schüler, was sich in Europa ändern müsse, damit die Völker wieder mehr zusammenwachsen. Eine deutsche Schülerin sagte in sehr bewegenden Worten: Die Menschen sollten sich viel mehr bewusst machen, welche Vorteile die Europäische Union für alle bietet, man sollte seine nationalen Egoismen überwinden und sich klarmachen, dass man nur zusammen stark ist und dass Solidarität jeden weiterbringt.

Die ungarischen und spanischen Schüler/innen werden noch bis zum 14.10.17 in Kerpen bleiben und dabei ein umfangreiches Programm absolvieren. Am Montag, 9.10.17, geht es weiter mit einer Podiumsdiskussion in der Aula zum Thema: „Gelungene Integration?“

Fotos

Bernd Woidtke