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Seit einigen Tagen erhalten wir Nachrichten über die Proteste in Nicaragua. Anlass für die Protestmärsche in zahlreichen Städten des Landes war der Beschluss einer Rentenreform der Regierung Ortega. Das Reformvorhaben wurde bereits zurückgezogen, aber die Protestmärsche, die sich für mehr Gerechtigkeit und Demokratie einsetzen, laufen weiter. Immerhin scheinen alle Beteiligten mittlerweile auf eine gewaltfreie Auseinandersetzung zu setzen.

Schnell laufen Fragen auch über unsere persönlichen Kontakte und wir können ein wenig aufatmen. Alles ruhig in Corinto, und auch in Chinandega, der Provinzhauptstadt, sind die Proteste friedlich verlaufen. 

In fast jedem Raum im Rathaus von Corinto hängt ein Bild von Daniel Ortega, und die zahlreichen Plakate an den Straßen, die den Präsidenten mit seiner Frau und gerne auch mit kleinen Kindern zeigen, sind uns nicht entgangen. Diese Darstellung eines Politikerpaares ist seltsam für uns. Die Politik von Rosario Murrillo, Ehefrau des Präsidenten und Vizepräsidentin, ist überall zu spüren.

Aber: Wir arbeiten nicht mit einer Regierung, unser Projekt richtet sich auf kommunaler Ebene an Menschen, mit denen wir befreundet sind, denen wir vertrauen und die auf uns zählen. Diese Zusammenarbeit hat schon viele Höhen und Tiefen überstanden. Wir freuen uns umso mehr auf unseren Besuch aus Corinto zum 50jährigen Jubiläum der Schule.

Uschi Zöller