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„Och nöö, nicht schon wieder Asitag, könnt ihr euch nicht mal was Anderes einfallen lassen?“ fragen manche Lehrer. „Haben wir gefühlt seit 20 Jahren im Programm!“ „Ja, Ihr vielleicht," sagen die Schüler, "wir aber nicht, für uns ist das neu!“

Wo sie recht haben, haben sie recht. Also: Der zwanzigste Asitag. 20mal schwangere Mädchenbäuche.  20mal ALDI- und LIDL-Tüten, 20mal Leergut sammeln. 20mal grölen, tanzen, Kussmund. 20mal pinkfarbene hautenge Tops bei den Mädchen, Adiletten und Ballonseide bei den Jungs. 20mal Zeige- und Mittelfinger spreizen: Wenndudasnischmachsgehörßunischßuuns.

Gut, wir sind auf einem Gymnasium, also müssen wir uns auch hier ein bisschen auf die Metaebene erheben. Ein kluger SoWi-LKler hatte die flotte Analyse parat: 12 Jahre schulische Anpassung, 12 Jahre Einhaltung von Normen, 12 Jahre „nicht für die Schule, sondern…“ – all das hatte einen Triebstau verursacht, der sich jetzt Bahn brach: Alles muss raus. Einen Tag auf die K…. hauen, einen Tag den Vollpfosten spielen, einen Tag das spielen, was man nicht ist, das komplette Gegenteil. Und morgen dann wieder so sein wie man ist: ein kluger, souveräner, prinzipiengeleitet flexibel handelnder Schüler, der intellektuell in der Lage ist, den genderpolitischen Megagau in diesem Satz zu erkennen.

Ach nee, morgen geht noch nicht, morgen gibt es den nächsten Mottotag, also dann übermorgen, oops, auch nicht, also Freitag… der Tag nach der Abinacht, naja, mal sehen, wie souverän ihr dann ausseht…

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Bernd Woidtke